Beruf Lerntherapeut/in
Hier können Sie sich über das Berufsbild Lerntherapeut/in informieren. Wenn Sie Interesse an einer Weiterbildung beim Legasthenie-Zentrum Berlin haben finden Sie hier detaillierte Informationen zum aktuellen Kurs und gelangen zur Anmeldung.
VORAUSSETZUNGEN
- Sprachniveau:
Deutsch C2 - Schulischer/beruflicher Hintergrund:
Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium in einem pädagogischen, psychologischen oder sozialpädagogischen Bereich, z. B.:- Lehramt (Grund-, Förder-, Sonderschule)
- Erzieher/in, Sozialpädagoge/-in
- Psychologie, Pädagogik, Sonderpädagogik
- Ergotherapie, Logopädie
- Berufserfahrung:
Praktische Erfahrung in der Arbeit mit Kindern/Jugendlichen ist normalerweise Voraussetzung für die Zulassung zu einer Weiterbildung - Persönliche Eigenschaften:
Geduld, Empathie, gute Beobachtungsgabe, kommunikative Stärke, psychische Belastbarkeit und Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen - Außerdem:
Interesse an neurowissenschaftlichen und entwicklungspsychologischen Grundlagen des Lernens
AUSBILDUNG
Lerntherapeut/in ist in Deutschland kein geschützter Ausbildungsberuf, sondern eine Zusatzqualifikation bzw. Weiterbildung auf Basis eines bereits vorhandenen Erstberufs.
Dauer: meist 2–3 Jahre, berufsbegleitend
Anbieter: Private Institute und Fachverbände, u. a.
- Legasthenie-Zentrum Berlin e.V.
- Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL)
- Private Akademien und Fortbildungsinstitute
Inhalte der Weiterbildung:
- Diagnostik von Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und Rechenschwäche (Dyskalkulie)
- Neurobiologische Grundlagen des Lernens
- Entwicklungspsychologie und Lernpsychologie
- Methoden der Förderdiagnostik und individuellen Förderplanung
- Gesprächsführung mit Kindern, Eltern und Bezugspersonen
- Lerntherapeutische Praxis
- Schulrechtliche Grundlagen
- Supervision
Abschluss:
Zertifikat des jeweiligen Instituts/Verbandes (kein staatlich anerkannter Abschluss), zunehmend gibt es aber auch Zertifizierungen nach anerkannten Qualitätsstandards (z. B. die FiL-Zertifizierung)
AUFGABEN UND TÄTIGKEITEN
- Diagnostik:
Erfassen von Lernschwierigkeiten und Leistungsstörungen (z. B. LRS, Dyskalkulie, AD(H)S-bedingte Lernprobleme) mittels standardisierter Testverfahren - Förderplanung:
Entwicklung individueller, ressourcenorientierter Förderpläne - Einzel- oder Kleingruppenförderung:
Praktische therapeutische Arbeit mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen, meist 1-2mal wöchentlich - Aufbau von Lernstrategien:
Stärkung von Selbstvertrauen, Motivation und Konzentrationsfähigkeit - Elternarbeit:
Beratung der Eltern, Einbindung in den Förderprozess - Zusammenarbeit mit Schulen:
Austausch mit Lehrkräften, ggf. Unterstützung bei Nachteilsausgleich oder Schulbegleitung - Dokumentation und Verwaltung:
Verlaufsberichte, Gutachten (z. B. für Leistungsträger der örtlichen Jugendhilfe bei Kostenübernahme nach § 35a SGB VIII, andere Kostenträger oder auch für Lehrkräfte des Kindes) - Evaluierung:
Regelmäßige Überprüfung der Fortschritte und Anpassung der Fördermaßnahmen
PERSPEKTIVEN UND ARBEITSMÖGLICHKEITEN
Angestellt:
- Honorarkraft in Lerntherapeutischen Praxen und Instituten
- Schulen (als zusätzliche Förderkraft, teils im Ganztag)
- Sozialpädiatrische Zentren, Beratungsstellen
- Einrichtungen/Träger der Kinder- und Jugendhilfe
- Nachhilfeinstitute mit lerntherapeutischem Angebot
Selbständig:
- Eröffnung einer eigenen lerntherapeutischen Praxis
Abrechnung teils über Jugendamt (§ 35a SGB VIII) oder privat mit den Familien - Kombination mit anderen Tätigkeiten möglich (z. B. Fortbildungen, Supervision, Autorentätigkeit)
Arbeitsmarktlage:
- Steigende Nachfrage aufgrund zunehmender Diagnosen von LRS, Dyskalkulie und allgemeinen Lernschwierigkeiten, PISA-Studie
- Gute Perspektiven besonders in Ballungsräumen; auf dem Land oft weniger Angebote, aber auch weniger Konkurrenz
- Einkommen variiert stark je nach Anstellungsform, Region und Auslastung (bei Selbständigkeit unternehmerisches Risiko, aber auch höheres Verdienstpotenzial)
Weiterentwicklung:
- Spezialisierung möglich, z. B. auf Dyskalkulie, LRS, Deutsch als Zweitsprache oder AD(H)S
Psychologische Qualifikation in Kindertherapie, systemischer Beratung oder Traumapädagogik erweitert das Tätigkeitsfeld