Therapie

Die Behandlung einer Legasthenie orientiert sich konsequent am Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes. Das unterscheidet sie von Schule und Nachhilfe. Die ausführliche Diagnostik zeigt, was das Kind bereits kann und was es in einer Therapie noch lernen muss. Am Beginn der Therapie steht die Aufklärung und Beratung der Eltern, des Kindes und der Lehrer über das Störungsbild.

Eltern und Kind erfahren zumeist schon durch die Diagnosestellung eine deutliche psychische Entlastung. Die Aufklärung über die Ursachen lindert Schuld- und Versagensgefühle.   Die Erläuterung der Behandlungsmöglichkeiten vermittelt Hoffnung. Mit den Lehrkräften erfolgt ein Austausch über den Stand des Kindes beim Schriftspracherwerb und seinen psychischen Belastungen. Gemeinsam wird überlegt wie das Kind zu fördern ist und welche Maßnahmen des schulischen Nachteilsausgleichs sinnvoll angewendet werden können.

Von der Ausprägung der Lese- Rechtschreibstörung, dem Vorliegen weiterer Störungen und den psychischen Symptomen hängt das therapeutische Vorgehen ab. Es basiert auf drei Säulen und umfasst die Bearbeitung der Kernprobleme im Lesen und Rechtschreiben, die Erarbeitung der dafür benötigten Basiskompetenzen sowie ggfs. die Therapie der mit der Legasthenie oft einhergehenden psychischen Auffälligkeiten. Die Behandlung solcher psychischen Störungen erfolgt durch Methoden der Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie. Mit ihrer Hilfe lassen sich Auffälligkeiten mindern, Konflikte entschärfen und individuelle Entwicklungen fördern. Das Selbstwertgefühl zu stärken und das Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit wieder herzustellen ist der Schlüssel für die Verbesserung von Lernleistungen.

Literatur

Schulte-Körne G: The prevention, diagnosis, and treatment of dyslexia. Dtsch. Ärztebl. Int. 2010; 107(41): 718–27.  DOI: 10.3238/arztebl.2010.0718