Fachtagung

25. Online-FACHTAGUNG zum LZ-Jubiläum

Unsere Jubiläumsfachtagung 50+ Jahre Legasthenie-Zentrum Berlin: Bildung · Teilhabe ·  Lernen findet am Freitag, den 12.11.2021 von 9:00 - 17:30 Uhr statt.

Anmeldung:  rechts oben auf den lila Anmelde-Button klicken!

Seit 50 Jahren unterstützen wir als größter freier Träger für Psycho- und Lerntherapien in Berlin Kinder mit Lernstörungen. In den vergangenen Jahrzehnten gingen immer wieder wichtige Impulse für die Entwicklung der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und der Integrativen Lerntherapie vom Legasthenie-Zentrum Berlin aus.

Mit unserer Online-Jubiläumstagung werfen wir den Blick zurück nach vorn. Wir wollen reflektieren, was aus den vom LZ gesetzten Themen Verhinderung von Ausgrenzung, Bedeutung der therapeutischen Beziehung für das Lernen, computerunterstütztem Unterricht oder der Morphemmethode geworden ist. 

Was können wir aus unserer Geschichte für die Gegenwart lernen? Die Coronapandemie hat die Defizite des Bildungssystems in Deutschland schonungslos aufgezeigt. Die Lern- und Lebenssituation junger Menschen hat sich dramatisch zugespitzt. Wie können wir in Pädagogik und Therapie zur Verbesserung der Lebenschancen einer Generation Corona beitragen?

VORTRÄGE - ab 9:00 Uhr

  • Prof. Dr. Klaus Hurrelmann wird in seinem Eröffnungsvortrag über Bildung, Teilhabe und Lernen auch auf die Bedeutung der Arbeit des Legasthenie-Zentrums in Corona-Zeiten eingehen.
  • Digitales Lehren und Lernen: Potenziale, Voraussetzungen und Innovationen in diesem Bereich werden von Dr. Michael Sailer von der LMU München vorgestellt.
  • Dr. Reinhard Kargl stellt die Bedeutung der morphematischen Strategie für den Schriftspracherwerb dar und zeigt Möglichkeiten einer entsprechenden Förderung von Kindern mit LRS auf. 

Am Nachmittag stehen in zwei Workshop-Phasen zu je 90 Minuten verschiedene, vertiefende Themen zur Auswahl. Seit 50 Jahren diskutiert das Legasthenie – Zentrum Berlin die Relevanz wissenschaftlicher Erkenntnisse für die therapeutische Arbeit. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung. Der Zeit entsprechend, findet die Fachtagung diesmal im Online-Format statt.

WORKSHOPS

1. Phase, 14:00 Uhr

  • Workshop 1:  Der einfache Weg zur besseren Rechtschreibung - 
    LRS-Förderung mit den Wortbausteinen des MORPHEUS-Programms

    Referent: Mag. Dr. Reinhard Kargl, Leiter der Lese-Rechtschreib-Institute Graz, Leibnitz, Wien, Bruck

    Durch Ableitung von Wortstämmen können auch schwache Rechtschreiber rasch eine Vielzahl von Wörtern richtig schreiben, weshalb der morphematische Zugang ein besonders ökonomisches Training erlaubt. Mit diesem Zugang wurde das MORPHEUS-Trainingsprogramm unter ständiger wissenschaftlicher Evaluation durch die Universität Graz für die 4. bis 8. Klassenstufe entwickelt. Der Workshop bietet einen Überblick über das Konzept der orthografisch-morphematischen Kompetenzen. Außerdem liegt ein Schwerpunkt auf der praktischen Arbeit mit dem Trainingsprogramm und seinen vielfältigen Spiel- und Übungsformen. Die vorgestellten behavioralen und neurophysiologischen Evaluationsstudien belegen einen positiven Trainingseffekt für die morphematischen Kompetenzen und die Rechtschreibleistung. 
     
  • Workshop 2: "Raus aus dem Kopf, rauf auf das Brett... und staunen" -
    Visualisierung auf dem (Online)-Systembrett

    Referentin: Verena Balyos, Lehrerin, Systemische Coachin (SG), Supervisorin (SG), Integrative Lerntherapeutin FIL

    Die Arbeit mit dem Systembrett ist eine Visualisierungsmethode, die die bildverarbeitenden Hirnareale anspricht und intuitives Wissen aktiviert. Auch hochkomplexe Zusammenhänge können schnell und klar dargestellt werden. Geeignet ist die Methode sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Kontext. Vom Klient*in  wird für jeden relevanten Faktor, der zu seiner Fragestellung gehört, eine Figur gewählt und auf dem Brett positioniert. Häufig spricht das Bild schon für sich. Mit systemischen Fragen rege ich dazu an Probehandlungen und Umstellungen zu vollziehen. Entdecken Sie Ihre Lösungskompetenz. Im Workshop werde ich einen kurzen Input geben und dann meine Arbeit an Ihren Fällen demonstrieren.
     
  • Workshop 3:  Bindung und Lernen
    Referentin: Martina Gallandi, Psychologin B.sc., Integrative Lerntherapeutin M.A. FiL   

    In dem 90-minütigen Workshop werden die engen Zusammenhänge zwischen den Erkenntnissen der Bindungsforschung und dem Lernen in den uns bekannten Kontexten beleuchtet. Bindung und Exploration bedingen sich gegenseitig, denn ein unsicher gebundenes Kind kann nicht ausreichend und angemessen lernen. In der Forschung konnten Lernprofile beobachtet werden, die sich deutlich den verschiedenen Bindungskategorien zuordnen lassen und in der lerntherapeutischen Förderung in besonderem Maße berücksichtigt werden können. Dies soll gemeinsam erarbeitet werden.

2. Phase, 16:00 Uhr

  • Workshop 4: Lernen in Beziehung bringen:
    Referent: Prof. Wilfried Schley, Erziehungswissenschaftler, Coach, Bildungsaktivist

    Ihre Haltung macht den Unterschied! Wenn Sie handlungssicher sind und sich der lernseitigen Pädagogik öffnen, fühlen sich Schüler*innen gesehen und wahrgenommen. Denn wenn es um das Ermöglichen im Lernprozess geht und nicht um Fehlerkultur (mit richtig und falsch), erleben sich die Schüler*innen gestärkt. Lernen Sie mit intushochdrei stärkende pädagogische Impulse kennen sowie die Grundhaltungen im Beziehungslernen.
     
  • Workshop 5: Arbeiten mit Bildern in Therapie und Beratung
    Referent: Otto Stellmacher, Psychologe  M.Sc., Integrativer Lerntherapeut, Supervisor DGSv

    Die Verwendung von Bildern ist in vielen therapeutischen Prozessen nicht wegzudenken. Bildkartensets finden häufig Anwendung, um mit den Klient/inn/en ins Gespräch zu kommen, aber auch mentale Bilder spielen regelmäßig eine Rolle. Doch warum und wie wirken Bilder? Welche Vorteile hat die bewusst gewählte Arbeit mit Bildern? Wie können Bilder eingesetzt werden, um nachhaltige therapeutische Effekte zu erzielen? Im Workshop gehen wir diesen Fragen nach. 
     
  • Workshop 6: Rechtschreibgespräche mit Kindern gestalten
    Referentin: Jovita Brose, Integrative Lerntherapeutin, Lehrerin, Erlebnisorientierte Familientherapeutin i.A.

    Rechtschreibgespräche werden durchgeführt, um das Wissen um richtiges Schreiben ins Bewusstsein zu rücken. Im Workshop wird zu Beginn kurz auf die vier Prinzipien der Schriftsprache eingegangen, die für die Rechtschreibleistung benötigt werden. Anschließend wird die Methode des Rechtschreibgesprächs nach B. Leßmann vorgestellt (der Schwerpunkt liegt hier in der morphematischen Strategie) und dann in Kleingruppen selbst erprobt. 
    Die vorgestellte Methode des Rechtschreibgesprächs eignet sich sowohl für das Präsenzsetting, wie für ein video-basiertes Arbeiten mit Kindern und kann daher direkt genutzt werden. Alle Teilnehmer*innen bekommen Materialien für die Durchführung der Methode zur Verfügung gestellt und einen 24 Stdunden-Zugriff auf ein Experteninterview mit B. Leßmann.

Preise:
Frühbucher bis 15.10.: 85 €, ganzer Tag  
danach : 95 €, ganzer Tag  
Nur Workshops: 65 €

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