Diagnostik

Eine gute Diagnostik erfasst die Gesamtentwicklung eines Kindes. Nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation handelt es sich um Lese- Rechtschreibstörung, wenn eine Beeinträchtigung der Lese- oder Rechtschreibfertigkeiten, die nicht durch eine allgemeine Intelligenzminderung erklärbar ist.

Ob es sich bei Lernschwierigkeiten um eine Lese- Rechtschreibstörung handelt, wird mit standardisierten Verfahren zur Messung der Intelligenz und der Lese- Rechtschreibleistungen geklärt. Finden sich dabei Hinweise auf Störungen der Aufmerksamkeit, des Arbeitsgedächtnisses, der Wahrnehmung von Gesehenem und Gehörten geben weitere spezifische Tests hierüber Auskunft. Persönlichkeits- und Entwicklungstests runden den klinischen Eindruck ab.

Bei ca. 5% der Kinder führen die Ergebnisse dieser Untersuchungen zur Diagnose Lese- Rechtschreibstörung. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Internationale Studien belegen, dass ca. 50% der Kinder mit einer Legasthenie auch unter Defiziten beim Rechnen leiden. Über 40% leiden unter Aufmerksamkeitsstörungen. Bis zu 60% der Kinder zeigen psychische Störungen.