Psychische Störungen

Unter einer psychischen Störung versteht man eine deutliche Abweichung von der gesellschaftlichen oder medizinischen Normvorstellung psychischer Funktionen. Betroffen sind das Denken, das Fühlen und die Wahrnehmung sowie auch das Verhalten. Sowohl die betroffene Person selbst, als auch die Umwelt leiden unter der Symptomatik erheblich. Auch das Selbstbild, die Selbstwahrnehmung kann verändert sein.

Im DSM (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen), das neben dem ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten) vor allem in der psychiatrischen und psychologischen Forschung verwendet wird, wird der Begriff „psychische Störung“ folgendermaßen definiert: „Eine psychische Störung ist ein Syndrom, welches durch klinisch signifikante Störungen in den Kognitionen, in der Emotionsregulation und im Verhalten einer Person charakterisiert ist. Diese Störungen sind Ausdruck von dysfunktionalen psychologischen, biologischen oder entwicklungsbezogenen Prozessen, die psychischen und seelischen Funktionen zugrunde liegen. Psychische Störungen sind typischerweise verbunden mit bedeutsamen Leiden oder Behinderung hinsichtlich sozialer oder berufs-/ausbildungsbezogener und anderer wichtiger Aktivitäten.“ 

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Störungen ist zudem oft eine verminderte Selbstregulationskompetenz. Ist dies der Fall, können die Betroffenen ihre Erkrankung auch durch verstärkte Bemühungen, Selbstdisziplin oder Willenskraft nur schwer oder gar nicht beeinflussen. Folgen sind meist Probleme, den (schulischen) Alltag zu meistern, oder belastete soziale Beziehungen. Psychische Störungen treten in vielfältigen Erscheinungsformen auf. Sie gehören zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen.

Teilleistungsstörungen (LRS, Dyskalkulie) sind Entwicklungsdefizite und zumeist genetisch bedingt oder durch Erkrankungen erworben. Sie wirken sich aber auch früh auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes aus. In der Schule machen Kinder und Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen täglich die Erfahrung des Scheiterns. Ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl leidet dadurch sehr. Diese für die Kinder nicht zu verändernde Situation kann zu psychischen Störungen im Sinne einer „sekundären Neurotisierung“ führen. Studien ergaben, dass bei über 60% der Kinder und Jugendlichen mit LRS Verhaltens- und emotionale Störungen auftreten. Ca. 40% weisen zudem ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit oder ohne Hyperaktivität (ADS, ADHS) auf. Die Suizidgefährdung ist vergleichsweise deutlich erhöht.

Zu den von Kindern und Jugendlichen mit Teilleistungsstörungen entwickelten psychischen Störungen gehören insbesondere internalisierende Störungen wie Angststörungen und/oder depressive Störungen oder psychosomatische Symptome, aber auch externalisierende Störungen wie Störungen des Sozialverhaltens. Die genannten sekundären psychischen Störungen haben neben den primären Teilleistungsstörungen LRS und Dyskalkulie in der Regel eine erhebliche negative Auswirkung auf die schulische Lern- und Leistungsfähigkeit sowie auf die soziale Integration in die Klassengemeinschaft und können bei fehlender Behandlung zu einem generalisierten Schulversagen mit beitragen.

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